Digitale Transformation – Abgrenzung & Umsetzung

Digitale Transformation – Sie wird wie kaum ein anderer Begriff strapaziert und als Allheilmittel für Unternehmen aller Größen und Branchen gepriesen: Digitalisierung ist in aller Munde. Häufig wird dabei nicht einmal nach der Digitalisierung von Inhalten oder von Abläufen differenziert. Noch seltener wird die Digitalisierung von der digitalen Transformation abgegrenzt. Was also hat es mit diesen beiden wichtigen Erfolgsfaktoren auf sich? Wie profitiert der Mittelstand davon? Und wie kann man Unternehmen mit Hilfe der digitalen Transformation fit machen für die Zukunft?

Abgrenzung & Umsetzung

Unter der digitalen Transformation versteht man gemeinhin den Prozess der Weiterentwicklung als Antwort auf die Digitalisierung. Diese prägt nachhaltig Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen und lässt neue Gewohnheiten entstehen, die für junge und alte Menschen, für Privat- und Geschäftsleute gleichermaßen gelten. Typische Beispiele für die Folgen der Digitalisierung sind beispielsweise die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken, der Social Media, aber auch von Technologien wie Big Data, Smart Devices oder Cloud Services. Bis vor wenigen Jahren konnte sich noch kaum jemand etwas unter diesen Begriffen vorstellen. Heute sind sie aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken und wir können uns wohl allenfalls sehr rudimentär ausmalen, wohin die Reise in den nächsten Jahren noch geht. Was jedoch ersichtlich ist, in welchem Maße neue digitalen Technologien unser alltägliches Leben schon verändert haben – und Sie werden es auch zukünftig tun. 

So erstaunt es nicht, dass sich Digitalisierung auf die Erwartungshaltung unserer Kunden auswirkt. Als Unternehmer sind Sie gehalten, Ihre heutigen Geschäftsprozesse kontinuierlich anzupassen und durch immer neue und effizientere Abläufe abzulösen. Ihr Kunde zwingt Sie somit zu einer enormen Anpassungsfähigkeit, denn was heute noch en vogue war, ist morgen schon absolut old school. Es entstehen neue Geschäftsmodelle, die noch vor wenigen Jahren noch schlicht undenkbar waren, wie beispielsweise von Amazon und Ebay – die digitale Plattformökonomie. Heute scheint unser digitales Leben nicht mehr ohne sie zu funktionieren, und wir können uns kaum vorstellen, dass wir irgendwann einmal mehrere Tage oder Wochen auf die Lieferung der ersehnten Schuhe oder des Ersatzteils warten konnten und mussten. Die digitale Transformation, also der Wandel eines Unternehmens zu einer Digital Company, steht somit für die Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung – welche fast zwangsläufig ein mit Unsicherheiten behaftetes und sehr dynamisches Unternehmensumfeld mit sich bringt, welches vor allem von zunehmenden Ansprüchen der Kunden, von einem schnelllebigen technologischen Wandel und von einem erhöhten Druck durch die Konkurrenz geprägt ist. Die Bezeichnung dafür beschreibt das Akronym VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity).

So sehr diese Wandlung unser Leben bereits verändert haben mag, so sehr gibt es bei vielen Unternehmen noch erheblichen Handlungsbedarf. Die digitale Transformation im Mittelstand hat gerade erst begonnen, und in vielen Firmen ist hier noch enormes Potenzial für Entwicklungen gegeben.

Wie unterscheiden sich Digitalisierung und digitale Transformation?

Nochmal zur deutlicheren Abgrenzung. Viele Führungskräfte nutzen diese beiden Begriffe gerne als Synonym. Hinzu kommt, dass beide Begriffe selbst in der Wissenschaft nicht immer trennscharf verwendet werden. Viel zu häufig wird gerade das Stichwort „Digitalisierung“ als Allheilmittel gepriesen, mit dem sich Unternehmen optimal auf die Zukunft vorbereiten. Dennoch lohnt es sich, diese beiden Schlagworte sauber zu differenzieren und in dem Kontext einzusetzen, der ihnen gebührt.

Unter der Digitalisierung im engeren Sinne versteht man in der Regel die Umwandlung von analogen Medien in eine digitale Form. Somit werden hier Bilder, Filme oder physisch vorhandene Medien in digitaler Form übertragen oder kopiert. Dabei bleibt das ursprüngliche analoge Medium erhalten. Spricht man von der Digitalisierung bei Inhalten, geht es darum, analoge Dokumente wie Rechnungen in digitaler Form zu verarbeiten und zu speichern. Besonders häufig wird die Digitalisierung von Prozessen unter dem Stichwort „Digitalisierung“ verstanden. In diesem Fall ist Digitalisierung gleichbedeutend mit Automatisierung. In einem Unternehmen können einzelne Prozesse digitalisiert werden, es kann auch die gesamte Prozesskette betroffen sein. Im Rahmen einer fundierten Digitalisierung Beratung entdecken vor allem kleine und mittelständische Unternehmen mehr und mehr, welches Potenzial ihre internen und externen Abläufe hier noch bieten, um zukünftig schneller, schlanker und effizienter zu agieren.

Der Unterschied zur digitalen Transformation liegt damit auf der Hand: Ihr Verständnis geht sehr viel weiter. Sie bezieht sich nicht nur darauf, die internen Prozesse durch digitale Technologien zu ersetzen und zu optimieren. In der Praxis steht die digitale Transformation für die ganze Wandlung eines Unternehmens. Es wird nicht nur geprüft, ob man einen Prozess überhaupt noch benötigt oder ob man ihn durch die Umstellung auf eine neue Technologie vereinfachen kann, aber vielweiter schaut man darauf, wie das Unternehmen innovativer wird und wie man die Unternehmenstätigkeit kundenzentrierter ausrichten kann. Die Digitalisierung an sich stellt nur die Technisierung dar und die Umstellung & Weiterverarbeitung auf digitale Medien, welche als Folge das Phänomen der VUCA-Welt hat. 

Wie gelingt die digitale Transformation?

Somit geht die digitale Transformation letztlich sehr viel weiter, sie geht über die Digitalisierung weit hinaus. Die digitale Transformation im Mittelstand ist für viele kleine und mittlere Firmen heute noch eher ein weit entferntes Ziel, das eine fundierte und durchdachte Digitalisierungsstrategie erforderlich macht. Doch wie lässt sich die digitale Transformation in einem Unternehmen einführen ? Eine digitale Transformation kann auch in Firmen gelingen, die bisher noch eher analog aufgestellt sind. Fünf Meilensteine helfen dabei, ein Unternehmen neu auszurichten und fit zu machen für die digitale Zukunft.

Digitale Transformation - Abgrenzung & 5 Schritte zur erfolgreichen Umsetzung 1

1. Die digitale Transformation muss vom Management getrieben werden

Die digitale Transformation beginnt bei der Geschäftsführung. Wenn sie dieses Thema nicht zur Chefsache erklärt, ist der Wandel des Unternehmens zur Digital Company von Beginn an zum Scheitern verurteilt. In erster Linie sind Vision, Mission und Strategie einer Firma weiterzuentwickeln, die Digitalstrategie muss dabei ein integraler Bestandteil sein. Es gilt, unter Berücksichtigung der digitalen Strategie Antworten auf Fragen zu finden, warum es das Unternehmen gibt, welchen Zweck es verfolgt und wie dieser erreicht wird. Basierend auf den aktuellen Chancen und Risiken und auf den internen Strukturen des Unternehmens entstehen neue Geschäftsmodelle, die nachhaltig digital geprägt sind. Letztlich wird eine digitale Transformation nur dann erfolgreich sein, wenn sie von der Geschäftsführung aus eingefordert oder aber mindestens stark unterstützt wird. Unternehmer, die das verstanden haben und die diesen Weg konsequent gehen, haben die besten Chancen, ihre Firma dauerhaft fit für den Wettbewerb zu machen. Eine gute Beratung ist essenziell, um die Handlungsfelder zu identifizieren und konsequent anzugehen.

2. Erarbeitung eines Transformationkonzeptes

Im zweiten Schritt geht es darum, einen Transformationsplan zu erarbeiten. Dabei geht es wesentlich um die folgenden drei Ziele: die Verbesserung der Customer Journey, die Optimierung interner Prozesse und die Erarbeitung neuer innovativer Geschäftsmodelle. Ernennen Sie dazu einen Verantwortlichen & Treiber – im besten Fall direkt in der Geschäftsführung. Ist das nicht möglich, sollten sie mindestens direkt an die Geschäftsleitung berichten, da die Digitalstrategie ein fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sein muss. Bestenfalls wird der Transformationsplan dann zur konkreten Roadmap für die nächsten Jahre. Der Plan wird in Meilensteine heruntergebrochen und es werden Maßnahmen für die einzelnen Unternehmensbereiche erarbeitet. 

3. Optimierung Customer Journey

Anschließend geht es darum, der Kundenzentrierung den Stellenwert im Unternehmen einzuräumen, der ihr gebührt. Dabei ist die Wertschöpfungskette kundenzentriert auszurichten, so dass am Ende die Leistung und das Produkt entwickelt wird, das der Kunde wirklich wünscht. Es muss ein ein verbessertes Kundenerlebnis und eine gelebte Customer Journey entstehen. Hilfreich dabei ist die genaue Analyse der Kunden und die Erstellung von Personas. Bei der Entwicklung von Produkten sollte der Kunde stets miteingebunden werden und mit seinem Feedback ein sehr wichtiger Bestandteil sein.

4.  Digitalisierung von Prozessen 

Eine optimierte Customer Journey allein bringt trotz der stärkeren Bindung zum Kunden noch keinen erheblichen Qualitäts- oder Preisvorteil mit sich. Einhergehend ist also die Optimierung und Automatisierung interner Prozessen unerlässlich. Dabei geht es um die operativen Prozesse, die der Kunde unmittelbar erlebt. Im Idealfall digitalisiert man zunächst die wichtigsten Abläufe eines Betriebs und investiert dazu in nutzerfreundliche neue Technologien. Danach setzt man an der Digitalisierung der Daten an, wobei es nicht nur darum geht, analoge Informationen auf digitale Speicherung umzustellen. Vielmehr muss es gelingen, die internen und externen Prozesse gezielt auszuwerten und dadurch zu steuern. Eine externe Analyse  könnte in dieser Phase recht interessante Ergebnisse liefern, denn sie zeigt, wo der vornehmliche Handlungsbedarf des Betriebs liegt.

5. Festigung eines digital Mindsets

Eine erfolgreiche digitale Transformation setzt vor allem auch auf die Veränderung der Unternehmenskultur – des Mindsets – voraus. Es gilt, den Auftritt nach innen und außen als Digital Company zu optimieren und ein digital Mindsets innerhalb des Unternehmens zu schaffen. Das Herzstück einer gelungenen digitalen Transformation sind die Mitarbeiter, die die neuen Prozesse mit Begeisterung leben sollen. Nur dann ist die Wandlung zur Digital Company nachhaltig erfolgreich. Ein aktives Change Management ist also bei der Digitalen Transformation unerlässlich.

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